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45. Königsforst - Marathon 2019 am 17.03.2019


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Brücken in die Zukunft, aus der Vergangenheit?.
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Wüstenbussard.




   Wieder beim Königsforst - Marathon dabei

Am Freitag hatte ich arbeitsfrei!
Eine gute Gelegenheit meine Regeneration weiter zu führen. In der Woche davor fiel schon am Sonntag ein Trainingslauf dem Sturm zum Opfer.
Nicht schlimm!
Am Samstag, vor dem Königsforst – Marathon, hatte ich eine Laufpause eingeplant. Wir fuhren nach Andernach und sahen uns die Stadt etwas genauer an. Das Garni – Hotel auf dem Martinsberg kannten wir schon von unserem Rhein – Burgen – Lauf zwei Jahre zuvor. Andernach gehört mit zu den ältesten Städten Deutschlands. Immerhin konnte 1988 das 2000-jährige Bestehen gefeiert werden. Bei Andernach verjüngt sich das Rheintal. Die Stadt liegt am östlichem Rande der Vulkaneifel und hat noch an vielen Stellen die alte Stadtmauer.
Historisches interessiert uns ja beide.
Wir sahen uns nicht nur die Reste der Standmauer an, sondern auch den Mariendom, den Kranen, die Ruinen der Kurkölnischen Stadtburg, den Pulverturm, den Bergfried und einige schöne Stadttore. Das schöne Rheintor , welches wir auch durchschritten, ist besonders sehenswert. Den Geysir haben wir nicht sprudeln gesehen. Mit 50 bis 60 Metern „Sprudelhöhe“ gehört er mit zu den höchsten Kaltwassergeysieren der Welt.

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Vor dem Marathon Start.
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Vor dem Start.


Am Abend waren wir im „Casablanca“.
Wir mussten schon etwas suchen, bevor wir ein Lokal für uns fanden. Wir hatten nicht vorbestellt.
Die Gaststätte ist mit vielen Bildern und sogar einen Humphrey Bogart Figur ausgestattet. Der Spaziergang am Abend am Rhein und der Rückweg zum Hotel ließ uns dann völlig entspannen. Ein schöner Tag ging zu Ende.

Wer kann schon am frühen Morgen bis drei zählen?
Unser Frühstück im Garni Hotel war wieder klasse.
Zuerst gab es aber keinen Sekt für Dagmar. Die nette Dame, die das Frühstücksbuffet betreute, sagte uns, eine Dame hätte den Tag davor fast eine Flasche Sekt allein zum Frühstück getrunken und dann getaumelt und so weiter. Deswegen brachte sie den Sekt etwas später und persönlich an den Tisch. Ich hatte mir zuerst einen dreier Tisch ausgesucht.
Dabei gab es einige Tische mit einem zweier Gedeck.

Wir wechselten den Tisch.
Immerhin konnte ich dann doch, so früh am Morgen, bis drei zählen. In aller Ruhe packten wir und fuhren am Rhein entlang, über Bonn zum Start des 45. Königsforst – Marathon. Unterwegs gab es für einige Minuten Starkregen. Bei der Anfahrt ging es drunter und drüber. Die Landstraße führte unter der Bundesstraße hindurch, um bald wieder weiter, und für einige Zeit am Rhein entlang zu führen. Den Drachenfels hatten wir auch im Blick.

Zum Glück regnete es während des Laufen nur einmal ganz leicht. Sogar die Sonne zeigte sich für einige Zeit.
Vor dem Marathon bewunderten wir wieder die wunderschönen Greifvögel, für die um Unterstützung geworben wird. Wir spendeten natürlich auch. Besonders der Wüsten Bussard hat es mir angetan.
Sehr hübsch!
Die Minuten vor dem Marathon vergingen schnell. Ich wärmte mich noch etwas in der Aula des Gymnasiums auf.
Dann standen wir am Start.
Zusammen mit den Halbmarathonläufern ging es pünktlich los. Viele aufgeregte Läufer. Man erkannte sofort, wer „Vielstarter“ ist. Diese Ruhe und Unaufgeregtheit! Ich sah Rainer nicht, dafür aber kurz Klaus und Norbert. Keine Ahnung, ob ich mich besser fühlte als das Jahr davor. Im Jahre 2000 lief ich hier meinen zweiten Marathon. Rainer wollte auch da sein. Ich habe ihn erst später gesehen. Immerhin war ich nicht so müde, wie öfter mal vor einem Marathon. Immerhin hatte ich insgesamt aber doch ein besseres Gefühl, wenn ich darüber nachdachte, während es endlich über die Zeitnahmematten ging.

Die bekannte Strecke würde wieder viel Zeit bieten, die Natur, den Wald zu genießen. Klar, es ging auf den zwei Runden zweimal einige Kilometer an einer Straße vorbei. Von Km 2 bis etwa Km 5 führt die Strecke an der Straße entlang. Aber das störte dann doch nicht so, als gedacht.
Bei Km 4 etwa, sah ich Rainer vor mir. Er unterhielt sich gerade mit einer Läuferin. Rainer und ich liefen dann etwa bis km 15 zusammen durch die Natur. Zum Glück bremste er mich etwas ab. Dadurch teilte ich mir meine Kraft besser ein.

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Dann wollte ich wieder mein eigenes Tempo laufen.
Und gab ihn in die Obhut einer Laufgruppe.
Er hatte die letzten Monate nicht so gut trainieren können, weil er Achillessehnenprobleme hatte. Immerhin sagte er mir unterwegs, es gehe schon wieder ganz gut. Und er bewegt sich jetzt im 30. Marathon Jahr. Genau vor dreißig Jahren, auf dem Tag genau, hat er seine Marathon- Kariere begonnen!
Ich musste auf den gesamten 42 Km nicht kämpfen. Ich lief ziemlich locker dahin. Die Minuten zerrannen und meine Gedanken verliefen sich im Wald. Manchmal feuerten uns die wenigen Wanderer im Königsforst an. Das bekam ich kaum mit.
Ich war völlig in mir selbst versunken. Hatte ich mit Rainer noch darüber gesprochen, dass ich nicht mehr so viele Arbeitsjahre bis zur Rente vor mir habe, mich auf die selbstbestimmte Zeit freue, so waren jetzt alle anstrengenden Gedanken irgendwie harmlos im Wald verloren.

Gut!

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Dreißig Jahre Marathon! Rainer am Wendepunkt des Königsforst - Marathons
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Im Ziel!



So ein langes Arbeitsleben hat sanfte Täler, steile Berge und mühevolle Ebenen. Oft muss man seine Stellung halten. Es hängen u.U. ganze Familien daran! Nicht immer einfach, dabei sich verwirklichen zu können. Dafür wurden vielleicht auch so tolle Hobbys wie der Ultralauf erfunden! Nach etwa 2:17 h hatte ich den Halbmarathon absolviert. Da dachte ich mir, dass ich doch sehr langsam unterwegs war.
Dabei hoffte ich doch, in der zweiten Runde das Tempo etwa halten zu können. Die Strecke hat auf den ersten zwei Kilometern immer eine sanfte Steigung parat. Dann folgen drei Kilometer, wo auf und ab zu laufen ist. Dann kommt ein Abschnitt, der leicht abwärts geht.

Immer wieder auch sehr lange ebene Kilometer, bei denen es kaum hoch oder runter geht. Dafür steigt die Strecke dann auf den letzten zwei Kilometer der 21 Km Runde wieder an. Bei km 25 sah ich Norbert umringt von Helfern am Wegesrand sitzen. Er hatte eine bereits versorgte Kopfwunde.
Ich wünschte ihm kurz alle Gute.
Die Strecke hat dort, wo er offensichtlich gestürzt war, einige Unebenheiten. Steine schauen leicht aus dem flachen, ebenen Weg hervor.
Bei Km30 wunderte ich mich, dass ich schon dort war.
Wo war nur die Zeit geblieben? Mein Kopf war seltsam und schön frei.
Ich fühlte mich gut.
Dabei hatte ich keinerlei Schmerzen oder Beschwerden.
Es war einfach schön hier unterwegs zu sein. Ich freute mich auf die letzten 12Km. Und dann war ich auch schon auf der Zielgerade. Brutto hätte ich es fast auf den Punkt genau auf 4:44:44 h gebracht.
Netto benötigte ich in 2019 4:43:25h.
Damit war ich mal wieder schneller als im Jahr davor.



 Letzte Änderung: 20.03.2019 (II. Korrektur) © Joerg Segger